Die düsteren Seiten des Online-Datings

Im TV ist Online-Dating immer mal wieder Thema in Krimireihen oder Thrillern. Ein Beispiel ist der Tatort „Wer jetzt allein bleibt“ vom 21.05.2018. Das Kommissarinnen-Team Sieland und Gorniak ermittelt hier in einem Mordfall, der sich mit den düsteren Seiten des Online-Datings befasst.

Eine junge Frau wird Opfer eines psychopathischen Mannes, den sie über ein Dating-Portal kennengelernt hat. Dabei handelt es sich um einen charismatischen, attraktiven Jungunternehmer mit viel Geld in der Tasche aber einer rigorosen Wahnvorstellung, was Beziehungen zu Frauen betrifft. Wenn diese ihn nicht bedingungslos lieben, müssen sie dran glauben. Doch bis er als Täter entlarvt wird, gerät zunächst ein typisches Klischee-Männerbild in den Fokus der Ermittlerinnen: Das unscheinbare, seltsame Muttersöhnchen, das in Frauen eher ein Objekt zur Auslebung seiner Unterdrückung sieht.

Die Handlung greift auch das Thema Datenmissbrauch auf und zeigt, was passieren kann. Der Betreiber der Plattform hat das Profil der Ermordeten gehackt und ihre Kontakte um viel Geld erleichtert. Die betrogenen Männer schließen sich zu einer Gruppe zusammen und wollen sich rächen.

Auch in der schwedischen Kriminalserie „Irene Huss – Kripo Göteborg“ spielt Online-Dating als Mittel zum bösen Zweck eine Rolle. Bei so vielen Adaptionen in Filmen: Gibt es diese dunkle Seite der Partnersuche im Internet?

Was ist dran an den düsteren Seiten des Online-Datings?

Fakt ist, auch abseits vom Film findet sich in der Realität eine Reihe von Verbrechen, bei denen Online-Dating der Beginn vom Ende war. In der Tat lernten hier vorwiegend Frauen ihren Mörder oder Peiniger kennen. Auch Vergewaltigung und Maschen wie „Loverboy“ oder „Heiratsschwindel“ sind keine Fremdwörter im Zusammenhang mit Online-Dating. Das anonyme Internet bietet viele Möglichkeiten, eine Identität vorzutäuschen, die gar nicht existiert oder dem dahinter stehenden realen Menschen entspricht. Die Kontaktaufnahme funktioniert schnell und einfach.

Die Hintergründe der Menschen, die Online-Dating kriminell zweckentfremden, sind verschieden – Von psychischen Erkrankungen über Geldgier und Machtausübung, Rache oder der gewaltsamen Befriedigung eigener Bedürfnisse kann alles dabei sein. Einen hundertprozentischen Schutz kann es nicht geben, dafür aber gewisse intuitive Alarmglocken und Vorsichtsmaßnahmen.

Soll man besser ganz auf Online Dating verzichten?

Das ist natürlich keine Lösung. Nur weil generell ein Risiko besteht, muss nicht gleich die ganze Sache in Frage gestellt werden. In allen anderen Bereichen des Lebens sind viele Dinge mit Risiken behaftet, dennoch hat es keinen Sinn, das Risiko höher zu bewerten als den Nutzen oder Spaß an der Sache. Ein gesunder Weitblick und das eigene Bauchgefühl verbunden mit Sicherheitstipps können Schaden abwenden.

Online-Dating ist nicht nur in Singlebörsen oder Online-Partnervermittlungen, sondern auch in sozialen Netzwerken gefragt. Diese Unterschiede können durchaus größer sein, denn in sozialen Netzwerken und Communities zeigt sich die Kommunikation meist unverbindlicher und somit auch weniger aufschlussreich. Wenn sich zwei aus einem Interessensforum sympathisch sind, so können sie ein Date verabreden, um sich kennenzulernen, ohne dass dahinter eine konkrete Absicht steht. Trotzdem sollten auch oder gerade hier die gleichen Sicherheitsaspekte gelten.

Gefahren beim Online-Dating: Tipps zur eigenen Sicherheit

Wer sich mit einer unbekannten Person aus dem Internet trifft, sollte folgende Punkte beachten:

  • Vor einem Treffen, auch wenn das Date quasi um die Ecke wohnt, sollte vorher ein Telefonat stattfinden, bei großen Distanzen sind mehrere Telefonate angeraten. Achten Sie dabei schon auf Ungereimtheiten oder seltsame Dialoge. Nicht selten können Telefongespräche sehr aufschlussreich sein und das Gefühl für oder gegen ein persönliches Treffen bestätigen.
  • Sie dürfen Ihr Date auch in Suchmaschinen abchecken, wenn Sie nur wenige bis gar keine Informationen haben oder erhalten. Mitunter erfahren Sie dadurch mehr.
  • Das Date sollte grundsätzlich an einem belebten Ort stattfinden und auch dort beendet werden. Einladungen nach Hause oder eine Fahrt ins Blaue sollten Sie vorerst ablehnen.
  • Informieren Sie ggf. Freunde oder Familienmitglieder darüber, mit wem Sie sie sich wo und wann treffen.
  • Nehmen Sie zum Date Ihr Smartphone aufgeladen mit.
  • Lassen Sie Ihre Getränke und Speisen nicht unbeaufsichtigt, z. B. wenn Sie zur Toilette müssen oder den Platz aus anderen Gründen verlassen und wieder zurückkehren. Stichwort: K.O. Tropfen und Drogen. Das gilt auch für Männer!
  • Geben Sie Ihre Handtasche, Ihr Smartphone oder Ihren Geldbeutel nicht aus der Hand, auch wenn Sie meinen, schon ein wenig Vertrauen gefasst zu haben.
  • Brechen Sie das Date ab, wenn Ihr Gegenüber aufdringlich oder unangenehm wird oder Sie kein gutes Gefühl mehr haben.
  • Bleiben Sie auch bei folgenden Verabredungen vorsichtig und werfen Sie die guten Tipps, die Sie schon einmal eingehalten haben, nicht aus verliebter Blindheit über Bord. Wer es darauf anlegt, zeigt nicht gleich beim ersten Mal sein wahres Gesicht.
  • Achten Sie auf Portale mit sicherer Datenübertragung und kontrollieren Sie Ihr Profil regelmäßig auf Veränderungen, die Sie nicht vorgenommen haben. Auch die Erneuerung des Kennwortes bringt zusätzlichen Schutz.
  • Versenden Sie keine Bilder an Ihnen unbekannte Personen über Messenger Dienste. Sie können nicht wissen, was diese damit anstellen oder wo Ihre Fotos landen.
  • Falsche Profilbilder im Netz sind ein beliebtes Hilfsmittel von kriminellen Personen. Wenn Sie Zweifel haben, kann die Bildersuche der Suchmaschinen hilfreich sein.

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