Eifersucht bekämpfen

„Eifersucht ist die Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“ Besser lässt sich die Eifersucht nicht definieren, vor allem, wenn sie unnatürlich, übertrieben und schon fast krankhaft ist.

Ein bisschen eifersüchtig sind wir alle im Laufe unseres Lebens, das ist normal und gehört zum gesellschaftlichen Miteinander dazu. Schon im Kindesalter plagt die Eifersucht Geschwister. Eifersucht bezieht sich nicht nur auf den Lebenspartner, sie kann alle uns nahestehenden Personen, zu denen wir eine innige Beziehung haben, betreffen. Zu unterscheiden ist sie allerdings vom Neid, der sich grundsätzlich gegen jeden und alles richten kann, dabei müssen wir nicht einmal irgendein Verhältnis zu der Person haben, auf die wir neidisch sind.

Was ist Eifersucht und welchen Einfluss nimmt sie körperlich und psychologisch?

Eifersucht ist eine Empfindung der unangenehmen Art, eine Art Warnsignal, das sich körperlich wie auch mental bemerkbar machen kann und den, der eifersüchtig ist, zu  irrationalen, aggressiven, bösartigen Handlungen bewegen kann, die in Beziehungen zerstörerisch sind. Auch Kontrolle und das Einengen des Partners sind bei ausgeprägter Eifersucht keine Seltenheit.

Eifersucht ist eng mit der Verlustangst verknüpft. Das Gefühl an sich entsteht, wenn wir berechtigt oder unberechtigt meinen, die von uns geliebte Person, schenkt uns weniger Aufmerksamkeit, behandelt uns anders als wir es gewohnt sind, verbringt weniger Zeit mit uns, verhält sich seltsam. Dann bimmeln die Alarmglocken: Aha, Konkurrenz im Anmarsch – Da könnte uns jemand anderes unseren geliebten Menschen wegnehmen. Sofort setzen Mechanismen ein: Die harmlosen zeigen sich mit Rückzug, erhöhter Diskussionsbereitschaft, Gereiztheit, häufigerem Nachfragen, während sich die gesteigerte Eifersucht mit Kontrollprozessen, Nachspionieren, Streitsucht, Drohungen, aggressiven Handlungen zeigen kann, die nicht nur den Partner, sondern auch das Objekt der Eifersucht, sofern es bekannt ist, einschließen.

Eifersucht löst körperlich eine Reihe von Impulsen aus, sie geht mit Erregung, Ärger, Wut, Aufregung, Stress einher, die den Blutdruck in die Höhe treiben, Herz- und Pulsschlag beschleunigen, Verspannungen hervorrufen, zu Magen- und Darmbeschwerden und Kopfschmerzen führen können. Hinzu kann Eifersucht auch in depressive Stimmung ausarten und eine Depression fördern.

Eifersucht ist also körperlich und psychisch gesehen ungesund. Sie betrifft aber jeden von uns, nur den einen weniger und den anderen mehr. Manchmal spricht man auch vom gesunden Maß an Eifersucht, das die Liebesbeziehung belebt, aber diese ist nicht wirklich gefährlich und dauert meist auch nicht lange an.

Berechtigte und unberechtigte Eifersucht

Berechtigte Eifersucht beschreibt ein Gefühl, das sich durch Fakten und Tatsachen begründet oder manifestiert. Mit dieser Eifersucht sollte aber niemand leben, sondern sie direkt ansprechen. Begründete Eifersucht sollte ein Anlass sein, die Beziehung generell zu überdenken.

Unbegründete Eifersucht hingegen resultiert aus den ureigenen Erfahrungen, besonders, wenn sie immer wieder im Zusammenhang mit einem neuen Partner oder auch anderen nahestehenden Personen aufkommt. Oftmals haben sich Traumata und kindliche Negativerfahrungen manifestiert, aus denen eine unnatürliche Verlustangst entstanden ist, die mit der Realität nur wenig zu tun hat. Hier ist nicht der Partner das Problem, sondern das eigene Ich. Oftmals ist das Vertrauen verloren gegangen, sowohl in sich selbst als auch in andere. Auch Abhängigkeitsverhältnisse in der Vergangenheit und die Fokussierung auf eine Person können zu Verlustangst und übersteigerter Eifersucht führen. Gegen Verlustangst kann jeder selbst einiges bewirken und entgegensteuern, sofern er sie sich eingesteht. Auch professionelle Hilfe durch Therapeuten oder Lebensberatungen können hilfreich sein.

Eifersucht vermittelt dem Partner, das Gefühl der Einengung, kann ihm die Luft zum Atmen nehmen, bedeutet Rechtfertigung für alles und nichts und somit auch ein Verlust der Lebensqualität und der eigenen Freiheit.

Eifersucht bekämpfen geht nur, wenn man tief in sich hineinblickt

Auf was bin ich eifersüchtig? Habe ich Angst nicht zu genügen? Bin ich mir nicht gut genug? Lauter Ich-Fragen. Starke und unbegründete Eifersucht ist eine Ich-Angelegenheit, die sich nur dann beseitigen lässt, wenn die Ursache dafür realisiert ist. Personen, die unter Verlustangst, mangelndem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen leiden, reagieren mitunter schon auf völlig belanglose Kleinigkeiten mit überzogener Eifersucht und gerade in einem Kennenlernprozess ist das tödlich.  Hier heißt es an sich selbst zu arbeiten und sich langsam an neue Beziehungen heranzutasten.

In bestehenden Beziehungen, die unter ausgeprägter Eifersucht eines Partners leiden, hilft oft eine Trennung als Ausweg, und wenn sie nur vorübergehend ist, damit der eifersüchtige Partner erst einmal wieder zu sich selbst findet.

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