Ratgeber: Persönlichkeitstests – sinnvoll oder nicht?

Bei der Anmeldung auf Online-Partnervermittlungsportalen wie Elite Partner oder eDarling stellt sich diese Frage nicht, denn die wissenschaftlich fundierten Persönlichkeitstests sind Bestandteil der Anmeldung und des Vermittlungsprinzips. Single- und Flirtbörsen bieten diese Tests als Zusatzservice im Rahmen einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft an.

Worum geht es in Persönlichkeitstests auf Singlebörsen?

Persönlichkeitstest enthalten Fragen zur eigenen Persönlichkeit (Bildung, Beruf, Hobbys, Interessen, Vorlieben, Abneigungen) sowie über die Wünsche und Vorstellungen in Bezug auf eine Partnerschaft. Auch Konfliktverhalten im zwischenmenschlichen Miteinander wird ausgelotet. Viele Fragen haben einen reflektierenden Charakter, denn sie geben unterschwellig Aufschluss über Merkmale, denen man sich selbst nicht wirklich bewusst ist. Sinn und Zweck solcher Matching-Tests wie bei Parship, anhand von Gemeinsamkeiten wie aber auch Gegensätzen zum passenden Partner zu finden. Dazu werden die Antworten der Mitglieder, die einen solchen Test absolviert haben, ausgewertet und mit denen der anderen abgeglichen, oftmals nach mathematischen und psychologischen Vorgaben. Heraus kommen Partnervorschläge für Singles, die nach dieser Methode Chancen auf eine harmonische und glückliche Beziehung auf Augenhöhe haben. Die Erfolgsquoten ihrer Persönlichkeitstests werden von den einschlägigen Partnervermittlungsportalen als hoch angegeben. Dies ist aber auch der Eigenwerbung geschuldet und kann hier nicht eindeutig bestätigt werden.

Persönlichkeitstests können den eigenen Horizont erweitern

Eine Garantie auf das perfekte Partnerglück kann auch ein Persönlichkeitstest nicht geben, was er jedoch kann, ist neue Erkenntnisse über die eigene Persönlichkeit und ggf. unbewusste Muster, Vorlieben, Wünsche ans Licht zu bringen. Das ist durchaus sinnvoll, denn nur wer sich selbst besser kennt und einschätzt, kann auch nach außen signalisieren, was er möchte. Die Auswertung hat daher für die eigene Entwicklung und Reflektion weitaus mehr Bedeutung als für die Partnersuche. Suggeriert wird oft, dass diese Tests die Partnersuche erleichtern, eine erste Vorauswahl wird über das System in Form von Partnervorschlägen getroffen. Doch die finale Entscheidung, ob es z.B. zu einem Date kommt, entscheidet sich dann doch wieder ganz individuell.

Risiko der kleinen und großen Unwahrheiten – verfälschte Ergebnisse

Wichtig: Ein Persönlichkeitstest ist immer nur so effektiv wie die Antworten, die ihm auf die gestellten Fragen zugrunde liegen. Wer hier schummelt, weglässt oder in eine völlig andere Rolle schlüpft, betrügt sich selbst.

Auch die Partnervorschläge, die daraufhin gemacht werden, entsprechen demnach kaum den Erwartungen. Die Fragen sind oftmals gemischt aufgebaut. D. h., Singles können aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten eine oder mehrere auswählen und es finden sich Fragen, die in Textform und mit eigenen Worten zu beantworten sind. Beide Systeme können auch „betrogen“ werden, in dem die Antworten ausgewählt oder getextet werden, die einem am besten gefallen, die aber mit der eigenen Person nicht viel gemein haben.

Woran liegt das? Zum einen will sich jeder in ein gutes oder attraktives Licht rücken, die Wahrheit schmerzt einen dann selbst oder man möchte sie gar nicht sehen. Zum anderen herrscht auch immer noch Vorbehalt gegen den seriösen Umgang mit Daten. Wer mehr über sich und potentielle Partner wissen möchte, muss einen Persönlichkeitstest wahrheitsgemäß durchführen.

Tipps: Persönlichkeitstest effektiver durchführen und ausfüllen

Keiner hat heute mehr Zeit. Auch die Partnersuche verkommt zu einer Massenangelegenheit, bei der es schnell gehen muss. Doch wer sich keine Zeit nimmt, um Profil und Test auszufüllen, zeigt oftmals nur, wie wenig ihm das alles bedeutet. Das wiederum lässt zuweilen auf eine nicht unbedingt ernstgemeinte Partnersuche schließen. Zeitangaben wie „unter 60 Minuten“ schrecken schon ab, denn wer will eine Stunde Zeit opfern für einen Persönlichkeitstest? Doch denken Sie auch daran: Sie bezahlen dafür und wünschen sich für Ihr Geld eine perfekte Dienstleistung. Die erhalten Sie aber nur, wenn Sie mitmachen.

Bei manchen Testfragen gerät der eine oder andere ins Stocken und Grübeln und merkt, dass er hier gar nicht so richtig über sich im Bilde ist.

Tipp: Weihen Sie doch einen guten Freund oder eine Freundin ein, die Sie wirklich kennt und machen Sie den Test zusammen.

Zu erkennen, wie andere einen sehen und das mit der eigenen Wahrnehmung abzuklären, gibt nicht selten die Antwort, die wirklich richtig ist.

Gibt es Unterschiede bei den Persönlichkeitstests je nach Anbieter?

Ja, die gibt es. Das lässt sich schon an den Preisstrukturen erkennen. Während die großen Vermittlungsportale sich ausschließlich auf wissenschaftlich-psychologisch fundierte Tests berufen, ist die Vorgehensweise bei Singlebörsen nur begrenzt nachvollziehbar. Auch, was den Umfang der Fragen betrifft, sind die Tests hier kürzer gehalten und werden nicht derart umfangreich und detailliert ausgewertet. Was Aufbau und Art der Fragen betrifft, so zeigen sich diese Parameter nur hinsichtlich der Fragenqualität unterschiedlich. Das ist aber zum Teil wieder den Preissystemen geschuldet.

Ein Persönlichkeitstest kann nicht schaden: Ein klares Ja, wenn keine Zusatzkosten entstehen

Wer eine Premiummitgliedschaft in Singlebörsen abschließt, kann den Service Persönlichkeitstest meist inklusive nutzen. Bei Partnervermittlungen ist er fester Bestandteil und verpflichtend. In beiden Fällen kostet es keinen Cent mehr und gibt sogar noch Aufschluss über die eigene Persönlichkeit und führt zu mehr oder weniger interessanten passenden Partnervorschlägen.

Daher der Tipp:

Mitmachen, man vergibt sich nichts, sondern kann höchstens gewinnen.

Anders sieht die Sache aus, wenn explizit dieser Dienst mit Zusatzkosten verbunden ist. Dann muss abgewogen werden, ob das Geld investiert werden soll.

Online-Partnervermittlungen, die nur auf Basis von Persönlichkeitstests funktionieren, sollten in den Punkten Leistung, Kundenservice, Kundenzufriedenheit, alternative Erfolgsauswertungen und Kosten in einem Vergleich gegenübergestellt werden. Das eigene Bauchgefühl entscheidet allerdings auch mehr mit, als gedacht. Denn Internetauftritt, Kundenansprache, Usability sind Punkte, die intuitiv entschieden werden.

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