Singles: Online, Mobile und Digital Dating in der Zukunft

Die Liebe ist ein lukratives Spiel und wenn es um die Beziehungsanbahnung geht, sind Single- und Partnerbörsen oder Dating-Apps noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Der Markt hat sich ohnehin schon selbst gesättigt. Die einen lechzen nach neuen Trends, die anderen konzentrieren sich wieder mehr auf das Real-Life, weil Ihnen Fakes, Date-Marathons und viele seltsame Leute den Spaß an der Sache verdorben haben.

Digitalisierung überall und jederzeit macht vor nichts Halt und viele findige Entwickler tüfteln eifrig, auch wenn es um Online, Mobile und Digital Dating der Zukunft geht. Einige neue Trends sind schon im Gespräch, nur ganz Genaues weiß man noch nicht. Schauen wir mal ein wenig genauer und humorvoll hin, was uns das digitale Zeitalter der Liebe so in Aussicht stellt.

  • Love at First Byte
    Klingt schwer nach Computer und soll es auch sein. So wie es auf einigen (unseriösen) Single-Portalen schon heute üblich ist, dass hinter einem Profil eine Computeranimation steckt, die mit vorgefertigten Phrasen chattet, geht die Zukunft noch einen Schritt weiter. Ein computerbasierter und wissenschaftlicher Algorithmus sucht passende, möglich in Frage kommende Singles selbst aus. Da sparen wir jede Menge Zeit und Arbeit, müssen uns nicht mehr stundenlang durch das große Angebot quälen. Sogar die Kontaktaufnahme und erste Flirt-Nachrichten werden vom Computerhirn initiiert.
    Relevanz: Die Apps, die das können, brauchen natürlich jede Menge Datenfutter, das ist klar. Denn die sind unerlässlich, um Auswertungen vorzunehmen. Die Vorstellung jedoch, dass eine „Maschine“ potentielle Flirt- und Traumpartner aussucht und andatet, ist doch etwas gruselig. Auf einmal melden sich dann Singles, die zwar rein wissenschaftlich vielleicht zu uns passen, bei denen uns aber schon beim Anblick graut. Wir verlieren die Kontrolle und das ist gar nicht gut. Unsere Daten wandern derweil im gesamten Universum hin und her, es werden einfach mal so fremde Menschen kontaktet, ob wir das wollen oder nicht. Das ist irgendwie wie das vollautomatisierte Auto, das von alleine fährt – Vielen macht diese Aussicht schon heute Angst.
  • Omni-Dating
    Omnibus und omnipotent kennen wir ja schon. Aber was ist Omni-Dating? Es bedeutet so viel wie „Überallflirten/daten“. Auf der einen Seite ist da das reale Leben, auf der anderen Seite die vielen digitalen nützlichen und mittlerweile unverzichtbaren Hilfsmittel des Alltags wie Smartphone, Netbook und Tablet.
    An einem Beispiel sieht das so aus, wenn analoge und digitale Welt miteinander verbunden werden: Wer gerade seinen wöchentlichen Einkauf tätigt, kann mit der passenden App sofort informiert werden, wenn ein interessanter Single in der Nähe ist und ggf. gleich Kontakt aufnehmen. Das funktioniert heute in begrenzten Bereichen u.a. schon mit Geolokalisierung. Egal wo wir uns aufhalten, via digitaler Endgeräte und spezieller Funktionen verpassen wir keinen potentiellen Partner mehr.
    Relevanz: Diese Zukunftsthese nimmt eine Entwicklung auf, die sich zunehmend verstärken wird: Wir sind permanent online, können jederzeit und überall mit mobilen Endgeräten agieren. Und so kommt das Internet bei der Partnersuche zu uns anstatt umgekehrt. Dafür braucht es logischerweise viele Daten über den User und Programm-Apps, die diese nach wissenschaftlichen Standards auswerten können.
    Klingt interessant, kann aber im Alltag deutlich einschränken und sogar stressen, wenn vergessen wird, die Funktion oder was es auch immer sein wird, abzuschalten. Der Gedanke, sich wirklich immer und überall mit dem Dating zu beschäftigen, raubt dem Ganzen die Spannung und Besonderheit. Nicht zu vergessen, dass jeder Schritt nachvollziehbar ist und wir selbst auf der Toilette niemals mehr alleine sind.
  • Romantic Gamification
    Online Dating oder Digital Dating kann sich in der Zukunft in ein plastisches virtuelles Game verwandeln. Wir bewegen uns dann als geklonte Avatare in romantischen, virtuellen Räumen und Szenerien, z.B. in einem Restaurant beim Candle-Light-Dinner oder im Kino. Unser Single-Favorit ist mit dabei und wir verleben unser erstes Date natürlich auch virtuell, ebenso wie den ersten Kuss, vielleicht sogar den ersten Sex? Speed-Dating oder Gruppen-Dating sieht so bestimmt spannender aus, als es in der Realität ist.
    Relevanz: Wir hängen nur noch vor dem Display oder Bildschirm, nehmen uns selbst als Figuren in einem Real-Life-Spiel war, sind verlockt, in eine andere Rolle zu schlüpfen und erschaffen uns als virtuelle Aktionisten neu. Mit Liebe oder Gefühlen kann das doch eher wenig zu tun haben, es ist das, wonach es klingt: Ein Spiel.
  • DIY-Dating
    Darunter verstehen die Zukunftstrendforscher das Gegenteil von den bisher genannten Visionen. Man könnte auch sagen: Back to Roots, also Real-Dating und Online-Dating. Singles nehmen ihr Glück selbst in die Hand und distanzieren sich von Algorithmen und Apps. Zufall und Bauchgefühl, die eigene Intuition, Gefallen oder nicht Gefallen und all die tausend Kleinigkeiten dazwischen sollen entscheiden – So wie es immer schon war und wohl  immer bleiben wird.
    Relevanz: Ein Trend ist das tatsächlich, wenn wir eines Tages in der vollautomatisierten Welt angekommen sind. Heute ist es Gegenwart. Singlebörsen boomen nach wie vor, während verschiedene Apps, die schnell wechselnde Partner und gläserne Menschen versprechen, eher eine rückläufige Tendenz zeigen.
  • Flexicurity Flirts
    Flexibility und Security ergibt “Flexicurity”. Sicherheit und Flexibilität sollen bei diesem Zukunftstrend der Partnersuche für den Digital-Flirter von morgen im Vordergrund stehen. Das bedeutet, Daten brauchen noch besseren Schutz, es muss mehr Privatsphäre gewahrt werden, ohne dass die Flexibilität der uneingeschränkten Möglichkeiten und Funktionen darunter leidet.
    Relevanz: Dieser Trend gefällt uns, mit ihm könnten sich die Entwickler jetzt schon auseinandersetzen, um ihn schnell zu realisieren.

Nichts wirklich Neues und Spannenendes an der Dating- und Flirtfront

Das Rad in Sachen Liebe im Internetzeitalter wird auch mit diesen Zukunftstheorien nicht neu erfunden. Und irgendwie passt sich Online Dating und Partnersuche nach diesen Thesen den Digital Nerds an und nicht der breiten Masse. Gerne wird vergessen, dass es Singles gibt, die trotz gigantischem Überangebot nach wie vor kein Mitglied in einer Singlebörse sind. Vergessen wird ebenso, dass ein Großteil der Singles Ü40, Ü50, Ü60 usw. in fünf, zehn oder zwanzig Jahren immer noch nicht zu der Gruppe gehört, die Smartphone und Tablet rund um die Uhr an sich kleben haben bzw. sich intensiv mit der komplexen Technik überhaupt auseinandersetzen wollen.

Zukunftstrends sollten doch für alle da sein, oder? Hier besteht noch Denkbedarf und wir warten solange weiter, bis sich wirklich etwas Spannendes in der digitalen Entwicklung bewegt, das jeder Single-Gruppe einen Nutzen bringt.

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